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	<description>Vermischte Betrachtungen über Dies und Das, Wissenschaft, Weiterbildung, Politik und Kultur</description>
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		<title>Prognosen und ihre Probleme</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Apr 2013 13:42:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>staudner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Management]]></category>
		<category><![CDATA[Daniel Kahneman]]></category>
		<category><![CDATA[Erfolg]]></category>
		<category><![CDATA[ESMT]]></category>
		<category><![CDATA[Harvard Business Manager]]></category>
		<category><![CDATA[kognitive Verzerrungen]]></category>
		<category><![CDATA[Matthew Bothner]]></category>
		<category><![CDATA[Prognose]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Artikel &#8220;Erfolg kann lähmen&#8221; im Harvard Business Manager vom März 2013 enthält einen simplen Denkfehler. Nach großen Triumphen nimmt der Erfolg praktisch immer ab. Dafür bedarf es gar keiner besonderen Gründe. Schuld ist die Statistik. Die Redakteurin Gesine Braun &#8230; <a href="http://cafephilosophique.org/2013/04/09/prognosen-und-ihre-probleme/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=cafephilosophique.org&#038;blog=33328822&#038;post=219&#038;subd=cafephilosophiquedotorg&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Artikel &#8220;Erfolg kann lähmen&#8221; im <a title="Website des Harvard-Business-Manager-Magazins" href="http://harvardbusinessmanager.de">Harvard Business Manager</a> vom März 2013 enthält einen simplen Denkfehler. Nach großen Triumphen nimmt der Erfolg praktisch immer ab. Dafür bedarf es gar keiner besonderen Gründe. Schuld ist die Statistik.</strong></p>
<p>Die Redakteurin Gesine Braun berichtet über Untersuchungen des Leadership-Professors <a title="Website von Matt Bothner" href="http://www.mattbothner.com">Matthew Bothner</a> von der <a title="Homepage der ESMT" href="http://http://www.esmt.org/en/home">ESMT</a>- Hochschule in Berlin. Der hat festgestellt, dass aktive Profisportler, die in der Vergangenheit sehr erfolgreich waren und deshalb hoch angesehen sind, in der Zukunft in ihren Leistungen sehr wahrscheinlich nachlassen. Bothner zieht daraus den Schluss, dass es bei Personalentscheidungen nicht immer die beste Wahl sei, den Kandidaten mit den besten Leistungen in der Vergangenheit einzustellen. &#8220;Gründe für den Effekt&#8221; nenne Bothner nicht, schreibt Braun, er rate aber, &#8220;sich bei Stellenbesetzungen mehr auf den aktuellen Eindruck als auf vergangene Leistungen zu konzentrieren.&#8221;</p>
<p>Mal abgesehen davon, dass der Analogieschluss von Profisportlern auf Fach- und Führungskräfte reichlich kühn ist, hat Bothner Recht. Aber um das rauszubekommen, muss man keine großen Untersuchungsreihen starten, sondern nur ein wenig Wahrscheinlichkeitsrechnung betreiben. Bothner und Braun machen einen simplen Denkfehler.  Es bedarf nämlich gar keiner <em>Gründe</em> für die nachlassende Leistung. Der Erfolg geht von ganz allein.</p>
<p>Spitzenleistungen im Sport wie im Geschäftsleben hängen von vielen Faktoren ab. Nicht alle lassen sich aktiv beeinflussen. Glück und Zufall spielen auch ihre Rolle. Der schärfste Rivale im Sprint hat sich einen Schnupfen eingefangen. Das Unternehmen bekommt einen eiligen Großauftrag deshalb, weil ein anderer Auftrag geplatzt ist und Kapazitäten frei geworden sind. Planen lässt sich das nicht.</p>
<p>Außergewöhnliche Spitzenleistungen sind also &#8211; außergewöhnlich. Doch wenn es sich dabei um Ausreißer nach oben aus einer Normalverteilung (&#8220;Glockenkurve&#8221;) handelt, dann heißt das: Es ist viel wahrscheinlicher, dass an einen großen Erfolg ein weniger großer Erfolg anschließt.</p>
<p>Oft ist das Extrapolieren ja eine gute Idee. Die Zukunft ist der Vergangenheit oft erfreulich ähnlich. Nur eben nicht bei den Extremleistungen. Wer die Wahrscheinlichkeit erhöhen möchte, dass sich ein Bewerber im neuen Job im Vergleich zum alten verbessert, sollte einen der ganz schwachen Kandidaten nehmen. Blöd nur, dass dessen Leistung dann noch immer nicht an den Durchschnitt heranreicht.</p>
<p>Kurzum, Erfolgsprognosen sind schwierig, denn sie betreffen die Zukunft.</p>
<p>P.S.: Der Wirtschaftsnobelpreisträger und Psychologe Daniel Kahneman beschäftigt sich mit diesem und anderen häufigen Denkfehlern in seinem großartigen Buch &#8220;<a title="Info zum Buch" href="http://http://de.wikipedia.org/wiki/Schnelles_Denken,_langsames_Denken">Schnelles Denken, langsames Denken</a>&#8220;.</p>
<p>Frank Stäudner</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/cafephilosophiquedotorg.wordpress.com/219/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/cafephilosophiquedotorg.wordpress.com/219/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=cafephilosophique.org&#038;blog=33328822&#038;post=219&#038;subd=cafephilosophiquedotorg&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Das Weiterbildungsgeheimnis</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Mar 2013 12:54:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>staudner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Weiterbildung]]></category>

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		<description><![CDATA[Was die Akademie besonders macht &#8211; Eindrücke aus der Heidelberger Trainerausbildung Der angehende Filmemacher Kolja Schoon hat in meinem Auftrag einen kleinen Film über die Akademie für wissenschaftliche Weiterbildung in Heidelberg gedreht. Die Impressionen aus der Trainerausbildung und Interviewsequenzen mit &#8230; <a href="http://cafephilosophique.org/2013/03/18/das-weiterbildungsgeheimnis/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=cafephilosophique.org&#038;blog=33328822&#038;post=212&#038;subd=cafephilosophiquedotorg&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Was die Akademie besonders macht &#8211; Eindrücke aus der Heidelberger Trainerausbildung</strong></p>
<p>Der angehende Filmemacher Kolja Schoon hat in meinem Auftrag einen kleinen Film über die Akademie für wissenschaftliche Weiterbildung in Heidelberg gedreht. Die Impressionen aus der Trainerausbildung und Interviewsequenzen mit der langjährigen Geschäftsführerin der Akademie Veronika Strittmatter-Haubold zeigen, worauf es in zeitgemäßen Weiterbildung ankommt. Der Herr mit der widerspenstigen Frisur und der Helmut-Kohl-Joppe bei 0:41, 0:48 und 2:05 bin ich. Frank Stäudner</p>
<span class='embed-youtube' style='text-align:center; display: block;'><iframe class='youtube-player' type='text/html' width='560' height='315' src='http://www.youtube.com/embed/akZFStrOjHA?version=3&#038;rel=0&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;wmode=transparent' frameborder='0'></iframe></span>
<p>Neugierig geworden? Mehr zur Akademie <a title="Internetauftritt der Akademie für wissenschaftliche Weiterbildung" href="http://www.ph-akademie.de">hier</a>.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/cafephilosophiquedotorg.wordpress.com/212/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/cafephilosophiquedotorg.wordpress.com/212/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=cafephilosophique.org&#038;blog=33328822&#038;post=212&#038;subd=cafephilosophiquedotorg&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Neuland erkunden &#8211; Hochschulen neues Leben einhauchen</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Feb 2013 17:11:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>staudner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Weiterbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Erneuerung]]></category>
		<category><![CDATA[Lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsmanagement]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute kommt eine sehr geschätzte Gastautorin zu Wort. Meine Kollegin in der Geschäftsleitung der Akademie denkt nach über die Zukunft der Weiterbildung. Ihre These:  Die Weiterbildungsverantwortlichen an den Hochschulen können eine inspirierende Kraft für die Erneuerung der Institution von innen &#8230; <a href="http://cafephilosophique.org/2013/02/12/neuland-erkunden-hochschulen-neues-leben-einhauchen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=cafephilosophique.org&#038;blog=33328822&#038;post=204&#038;subd=cafephilosophiquedotorg&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_206" class="wp-caption alignright" style="width: 250px"><a href="http://cafephilosophiquedotorg.files.wordpress.com/2013/02/strittmatter_portraits0209-013.jpg"><img class=" wp-image-206  " alt="strittmatter_portraits0209 013" src="http://cafephilosophiquedotorg.files.wordpress.com/2013/02/strittmatter_portraits0209-013.jpg?w=240&#038;h=160" width="240" height="160" /></a><p class="wp-caption-text">Gastautorin Veronika Strittmatter-Haubold</p></div>
<p><strong>Heute kommt eine sehr geschätzte Gastautorin zu Wort. Meine Kollegin in der Geschäftsleitung der Akademie denkt nach über die Zukunft der Weiterbildung. Ihre These:  Die Weiterbildungsverantwortlichen an den Hochschulen können eine inspirierende Kraft für die Erneuerung der Institution von innen heraus sein.</strong></p>
<p>1. Wie sind Sie Wissenschaftsmanagerin geworden?</p>
<p>Durch eine Kombination aus Neigung, Bedarf und Gelegenheit. Als ich im Arbeitsfeld Weiterbildung der Pädagogischen Hochschule Heidelberg mitzuwirken begann, standen noch fast ausschließlich die Fachinhalte im Zentrum. Über passende Vermittlungsformen und geeignete Lernumgebungen machten sich damals vor zwanzig Jahren erst wenige Leute Gedanken. Die Bildungsangebote der Disziplinen waren abgesteckt, ebenso die Adressatenkreise.</p>
<p>Meine Hauptaufgabe bestand damals darin, die Weiterbildung anbietenden Hochschulehrenden konzeptionell und koordinierend zu unterstützen; und natürlich wollte ich wissen, wie diese Angebote bei den Teilnehmenden ankamen und welche anderen Lerninteressen sie noch hatten. Die Erkundungen führten mich zu der Erkenntnis, dass die Teilnehmenden Anliegen hatten, die oftmals in unseren Weiterbildungen nicht bearbeitet wurden. Es zeichnete sich ab, dass das traditionelle Paradigma der Angebotsorientierung zugunsten der Nachfrageorientierung ausgedient hatte.</p>
<p>So fand ich mich auf Neuland wieder, das es zu erkunden und zu gestalten galt. Die Pädagogische Hochschule öffnete sich. Plötzlich ging es darum, Lernbedürfnisse und –erfordernisse von unterschiedlichen Zielgruppen zu erforschen, um sodann anschlussfähige Weiterbildungen zu entwerfen. Die Konzepte mussten zu den rasch sich verändernden und zunehmend komplexer werdenden beruflichen Anforderungen der Teilnehmenden passen. Unser Team hatte zum Glück einen großen Gestaltungsspielraum, wir konnten lernen, wie Schlüsselqualifikationen mit fachlichem Lernen verbunden und wie Strukturen und Prozesse für eine neue Qualität von Weiterbildung gestaltet werden können.</p>
<p>Meine anfangs eher koordinierende Tätigkeit hatte sich enorm erweitert. Hochschulintern kamen beratende und moderierende Aufgaben hinzu, ebenso waren gestalterische Ideen für lernwirksame Lernumgebungen sowie deren Inhalte gefragt. Außerhalb der Hochschule galt es, neue Zielgruppen zu gewinnen und Nachfrage wie Nischen am Weiterbildungsmarkt zu füllen. Das bedeutete, beständig neue Trends und Entwicklungen in Organisationen und Unternehmen aufzuspüren, um neue Wege für Weiterbildungen zu (er-)finden.</p>
<p>2. Worin besteht Ihre aktuelle Tätigkeit?</p>
<p>Als Leiterin der Weiterbildung der Pädagogischen Hochschule Heidelberg gestalte ich derzeit einen anspruchsvollen Wandlungsprozess. Ich überführe die gewachsenen Weiterbildungsstrukturen in eine neue Struktur und baue mit meinem Team eine Professional School auf. Hochschulen verstehen sich zunehmend als Orte für lebenslanges Lernen. Damit sie das sein können, bedarf es passender Strukturen und einer offenen Haltung. Das heißt, intern für die Bereitschaft zu werben, erweiterte Bildungsangebote zu entwickeln und Lernbeziehungen – auch mit grundständig Studierenden – anders zu gestalten. Es gilt, Augenhöhe zwischen Lernenden und Lehrenden herzustellen. Nach außen bedeutet die Öffnung, Weiterbildungen weiteren Zielgruppen zugänglich zu machen und schließlich auch die Zugangsweisen für Lernen und Veränderung durch neue Lernformate zu ermöglichen.</p>
<p>Das ist ein offener Prozess, in dem wir viel ausprobieren können, wollen und müssen. Es geht uns um eine Klärung darüber, was die Hochschule inhaltlich und methodisch bieten kann und will, um daraus entsprechende Offerten zu konzipieren, sei es als Masterstudiengänge, Zertifikatskurse oder maßgeschneiderte Inhouse-Module.</p>
<p>Gegenwärtig arbeiten wir an neuen Angeboten, die den Bedarf von Hochschulen für Beratungs-, Begleitungs- und Coaching-Aktivitäten bedienen. Die Hochschulreformen der letzten Jahre haben an den Hochschulen viel Bewegung geschaffen. Dabei ist eine neue, noch diffuse Berufsgruppe von Wissenschaftsmanagern entstanden. Dazu gehören Fakultätsgeschäftsführer, Referenten, Qualitätsbeauftragte u.v.a. Diesen jungen Leuten wollen wir passende Werkzeuge an die Hand geben.</p>
<p>3. Welche beruflichen Ziele haben Sie?</p>
<p>Inhaltlich möchte ich mit meinen Mitarbeitern und Kollegen an der Zusammenführung, einer Verschränkung von Theorie und Praxis arbeiten, so dass der von Lernenden stets empfundene Hiatus zwischen den beiden Perspektiven überwunden wird zugunsten eines professionelleren, eines begründeten Handelns. Dieses Vorhaben ist eine Herausforderung. Es gilt, die Sichtweise von zwei gegensätzlichen Polen zu überwinden und stattdessen eine Einheit zu sehen. Theorie und Praxis als Einheit befruchten sich wechselseitig und stützen sich. Diese Erungenschaft wäre als eine Art Qualitätsentwicklung professionellen Handelns zu sehen. Konkret versuche ich, die Prinzipien systemischen Handelns hier einzubringen.</p>
<p>Organisational unterstütze ich durch den Aufbau der Professional School die Pädagogische Hochschule, sich in eine Hochschule des lebensbegleitenden Lernens entwickeln zu können. Die neue Struktureinheit ist einerseits mit dem Grundgefüge der Hochschule durch die Personalentwicklung, verstanden als Bildungsarbeit nach innen, verbunden und andererseits agiert sie auf einem externen Markt. Dieser ist vielgestaltig von den Inhalten her, den zu fördernden Kompetenzen wie von den Zielgruppen. Diese Aufgabe ist ein Beitrag für die Zukunft der Hochschule.</p>
<p>4. Ihr gelungenstes Projekt?</p>
<p>Viele Projekte könnte ich als gelungen bezeichnen. Den Weiterbildungsbereich an der Pädagogischen Hochschule so auszubauen, dass der Transfer aus der  Pionierphase in eine fortgeschrittene Differenzierungsphase gelungen ist, gehört zweifellos dazu. Der quartäre Bildungsbereich wandelt das Selbstverständnis von Hochschule. Wenn er sich etabliert, ermöglicht er der Hochschule als Forschungs- und Bildungsinstitution, wieder eine führende Rolle in der gesellschaftlichen Entwicklung einzunehmen. Trotz vielfältiger Hindernisse betrachte ich es als gelungen, an diesem Prozess an der eigenen Hochschule mitgewirkt zu haben.</p>
<p>5. Die größte Herausforderung für das Wissenschaftsmanagement?</p>
<p>Es wird darum gehen, Hochschulen von innen heraus so zu unterstützen, dass sie zu lebendigen Einheiten werden, sich öffnen können für andere Inhalte, Formate und Studierende, ihre wertvollen Wissensressourcen zu größeren Innovationen führen und für die Gesellschaft wichtiger Partner für und in der Zukunft werden.</p>
<p>Mehr Informationen auf den Seiten der <a title="Link zur Homepage der Akademie" href="http://www.ph-akademie.de">Akademie</a>.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/cafephilosophiquedotorg.wordpress.com/204/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/cafephilosophiquedotorg.wordpress.com/204/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=cafephilosophique.org&#038;blog=33328822&#038;post=204&#038;subd=cafephilosophiquedotorg&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>&#8220;Füße spüren!&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Jan 2013 14:59:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>staudner</dc:creator>
				<category><![CDATA[ganzheitliches Lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Weiterbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungskanon]]></category>
		<category><![CDATA[Immanuel Kant]]></category>
		<category><![CDATA[Körperarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Kopfarbeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir lernen viel zu kopflastig. Das fängt schon in der Schule an. Da sitzen die Kinder brav in ihren Bänken und schreiben mit, was der Lehrer an die Tafel malt. Dass es auch anders (und besser) geht, wissen die meisten &#8230; <a href="http://cafephilosophique.org/2013/01/18/fuse-spuren/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=cafephilosophique.org&#038;blog=33328822&#038;post=200&#038;subd=cafephilosophiquedotorg&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir lernen viel zu kopflastig. Das fängt schon in der Schule an. Da sitzen die Kinder brav in ihren Bänken und schreiben mit, was der Lehrer an die Tafel malt. Dass es auch anders (und besser) geht, wissen die meisten Leute nicht. Die europäische Kultur zeichnet sich durch die übergroße Wertschätzung der Kopfarbeit aus. Dadurch geraten wichtige Facetten des Lernens aus dem Blick. Das müsste nicht sein.</strong></p>
<p>Vielleicht ist die Aufklärung daran schuld, dass Denker angesehener sind als Tänzer. „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. &#8230; <i>Sapere aude</i>! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“ Das schrieb Immanuel Kant 1784. Mit seiner Betonung der Verstandestätigkeit befindet sich der große Philosoph in bester Gesellschaft. Schon immer galt in der abendländischen Kultur das Denken mehr als das Tun. Die alten Griechen gaben der episteme (dem abstrakten Denken) klar den Vorzug gegenüber dem Handwerk (techne). Die Ingenieure waren in den Augen der tonangebenden Geisteswissenschaftler mehr Handwerker als Wissenschaftler und mussten vom 19. Jahrhundert bis in die zweite Hälfte des 20. um ihren anerkannten Platz in der akademischen Welt ringen. Der Bildungskanon des Bürgertums besteht zum überwiegenden Teil aus Büchern. Den Profisportlern der Gegenwart huldigen wir, beneiden sie vielleicht sogar um Glamour und Geld. Aber intellektuell für voll nehmen wir sie nicht.</p>
<p>Kurzum: Die Überhöhung der Kopfarbeit hat Tradition. Beim Lernen wird das zum Problem. Denn neue Erkenntnisse der Hirn- und Lehr-/Lernforschung zeigen deutlich: Lernen hat eine kognitive, emotionale und körperliche Komponente. Gute Weiterbildungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie Lerninhalte ganzheitlich erfahrbar und erlebbar machen. Dadurch eröffnen sich den Teilnehmenden Erfahrungsräume, die weit über das rein kognitive Lernen hinaus gehen. Wer seinen ganzen Körper in Lernprozessen einsetzt, erreicht eine tiefere Reflexionsebene. Das muss man allerdings <i>erleben, </i>um es zu glauben.</p>
<p>Nur ein Beispiel: Wer vor Vorträgen und Auftritten Lampenfieber hat, dem hilft es meist wenig, seinen Text wieder und wieder durchzugehen. Besser ließe sich die Nervosität dämpfen durch die gezielte Konzentration auf den eigenen Körper und den Blick nach innen. „Spüren Sie ihre Füße“ lautet ein neuer Wahlspruch der Weiterbildung. In manchen Ohren mag das wie esoterischer Klimbim klingen. Doch wir meinen: Es ist an der Zeit, dem Körper zu seinem Recht zu verhelfen.</p>
<p>Fadja Ehlail / Frank Stäudner</p>
<p>Fadja Ehlail arbeitet als Lehrtrainerin für die Akademie für wissenschaftliche Weiterbildung an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Sie bildet dort u.a. interkulturelle Trainer aus und bietet Trainings an zu Hochschuldidaktik, Präsentation, Kommunikation und Diversität / Interkulturelle Kompetenz.</p>
<p>Frank Stäudner betreibt nicht nur diesen Blog. Er führt im Brotberuf die Geschäfte der Akademie.</p>
<p>Mehr über die Gestaltung von Lernprozessen, ganzheitliches Lernen, Weiterbildungen, Coaching, Organisationsentwicklung etc. auf den Seiten der Akademie unter <a title="Die Akademie im Web" href="http://www.ph-akademie.de">www.ph-akademie.de</a>.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/cafephilosophiquedotorg.wordpress.com/200/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/cafephilosophiquedotorg.wordpress.com/200/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=cafephilosophique.org&#038;blog=33328822&#038;post=200&#038;subd=cafephilosophiquedotorg&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Vom Trost der Zyklen</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Jan 2013 12:21:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>staudner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Cafe philosophique]]></category>
		<category><![CDATA[Nietzsche]]></category>
		<category><![CDATA[Wiederkehr]]></category>

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		<description><![CDATA[Sind wiederkehrende Prozesse einfach ein Teil der Welt? Oder erfinden wir Menschen Zyklen, um Ordnung und Orientierung im Leben zu schaffen? Darüber diskutierten am Sonntag, den 6.1.2013 im Essener Cafe philosophique rund 30 Leute, die Vergnügen am philosophischen Gedankenaustausch haben. &#8230; <a href="http://cafephilosophique.org/2013/01/07/vom-trost-der-zyklen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=cafephilosophique.org&#038;blog=33328822&#038;post=4&#038;subd=cafephilosophiquedotorg&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sind wiederkehrende Prozesse einfach ein Teil der Welt? Oder erfinden wir Menschen Zyklen, um Ordnung und Orientierung im Leben zu schaffen? Darüber diskutierten am Sonntag, den 6.1.2013 im Essener Cafe philosophique rund 30 Leute, die Vergnügen am philosophischen Gedankenaustausch haben. Der Autor durfte das Gespräch moderieren.</strong></p>
<p>Eine abschließende Antwort wäre ebenso unmöglich wie unphilosophisch. So entschlossen wie Friedrich Nietzsche von der &#8220;ewigen Wiederkehr des Gleichen&#8221; wollte ohnehin niemand reden. Man könnte zudem mit Plato ernsthafte Einwände dagegen erheben, ein philosophisches Gespräch aufzuschreiben (und damit implizit so zu tun, als sei die Diskussion entschieden). Als kleinen Service gibt es hier aber immerhin die weiteren Termine der ersten Jahreshälfte 2013. Immer sonntags, 11 &#8211; 13 Uhr, Kulturforum Essen-Steele, Dreiringstraße 7:</p>
<p>20.1.13</p>
<p>3.2.13</p>
<p>17.2.13</p>
<p>3.3.13</p>
<p>17.3.13</p>
<p>14.4.13</p>
<p>28.4.13</p>
<p>12.5.13</p>
<p>26.5.13</p>
<p>9.6.13</p>
<p>23.6.13</p>
<p>7.7.13</p>
<p>Seit über zehn Jahren bringen philosophisch interessierte Menschen aktuelle oder grundsätzliche Themenvorschläge ein, über die ein Moderator abstimmen lässt, um anschließend das ausgewählte Problem bei Kaffee (selten bei Wein) mit den Teilnehmenden zu diskutieren. Philosophische Fachkenntnisse sind nicht erforderlich. Weder schaden noch nutzen sie. Nur die philosophische Grundhaltung schlechthin &#8211; Lust am Austausch von Argumenten, Neugier und die Aufgeschlossenheit, auch das scheinbar Gewisse infrage zu stellen &#8211; sollten die Teilnehmer mitbringen. Der Eintritt ist frei.</p>
<p>Die Moderatoren sind Dr. Peter Findeisen, Johannes Krieger, Dr. Anselm Vogt und sporadisch der Autor (Dr. Frank Stäudner).</p>
<p>Mehr Informationen auf den Seiten der Volkshochschule Essen gibt es <a title="Kursinfos auf der VHS-Seite" href="http://https://vhs-programm.essen.de/webbasys/index.php?kathaupt=11&amp;knr=131.1C015F">hier</a>.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/cafephilosophiquedotorg.wordpress.com/4/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/cafephilosophiquedotorg.wordpress.com/4/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=cafephilosophique.org&#038;blog=33328822&#038;post=4&#038;subd=cafephilosophiquedotorg&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Zeitvergeudung</title>
		<link>http://cafephilosophique.org/2012/12/17/zeitvergeudung/</link>
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		<pubDate>Mon, 17 Dec 2012 13:56:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>staudner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Weiterbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Konferenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Langeweile]]></category>
		<category><![CDATA[Lernprozessgestaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Moderation]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitvergeudung]]></category>

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		<description><![CDATA[Jedes Jahr verschwenden wir Deutsche Millionen Stunden kostbarer Lebenszeit in unproduktiven Besprechungen und auf langweiligen Kongressen. Das müsste nicht sein, wenn elementare Prinzipien der Erwachsenenbildung beachtet würden. Ein Aufschrei. Kennen Sie das? An das Ende jeder ordentlichen Fachtagung hat der &#8230; <a href="http://cafephilosophique.org/2012/12/17/zeitvergeudung/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=cafephilosophique.org&#038;blog=33328822&#038;post=190&#038;subd=cafephilosophiquedotorg&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Jedes Jahr verschwenden wir Deutsche Millionen Stunden kostbarer Lebenszeit in unproduktiven Besprechungen und auf langweiligen Kongressen. Das müsste nicht sein, wenn elementare Prinzipien der Erwachsenenbildung beachtet würden. Ein Aufschrei.</strong></p>
<p>Kennen Sie das? An das Ende jeder ordentlichen Fachtagung hat der Veranstalter eine Podiumsdiskussion gesetzt. Sieben ältere Herren und ein Moderator sollen die Themen des Tages bündeln. Der Diskussionsleiter ist ein Laie, aber er hat beim Veranstalter einen wichtigen Posten und noch nichts zur Konferenz beigetragen. Die Diskussionsteilnehmer sind nach Proporz ausgewählt. Mindestens vier Plätze gehören den Repräsentanten befreundeter Verbände oder den Unterstützern der Tagung.</p>
<p>Dann geht’s los. Jeder Podiumsgast bekommt reihum das Wort für ein „kurzes Impulsreferat“. Zehn Minuten sind dafür ein guter Richtwert. Bald ist mehr als eine Stunde verstrichen, und der Moderator kann die Runde für „Fragen aus dem Publikum“ öffnen. Dass die Podiumsteilnehmer gar nicht diskutiert haben, registrieren die erschöpften Zuhörer dankbar. Der Veranstalter hatte ohnehin keine Leute mit abweichenden Meinungen eingeladen. Nach kurzem Zögern erheben sich die drei zähesten Gäste, um ihre Koreferate abzugeben. Dann sind neunzig Minuten um, der Moderator dankt allen Beteiligten für die „ergiebige und anregende Diskussion“ und bittet zum Empfang.</p>
<p>Wer die Skizze für Satire hält, dem sei entgegnet: Die schlimme Wirklichkeit ist allenfalls behutsam zur Kenntlichkeit entstellt. Falls Sie diese Zeilen nicht mitten in der Nacht, an Ostern, Silvester oder Weihnachten lesen, dämmern irgendwo in Deutschland in diesem Moment gelangweilte Zuhörer weg. Vorzugsweise in Berlin, dem neuen Tagungsmekka. Vielleicht sitzen Sie selber gerade in einer öden Veranstaltung und verschaffen sich heimlich Abwechslung.</p>
<p>Die drei Treiber der Langeweile sind schnell benannt: Es sind Angst, Faulheit und Ignoranz.</p>
<p>Viele Gastgeber, Moderatoren und Redner haben Angst. Es ist die Angst vor dem Verlust der Kontrolle. Denn wenn die Teilnehmer mehr Raum bekämen, um sich einzubringen, könnten unvorhergesehene Dinge passieren. Sie könnten Fragen aufwerfen, auf die noch niemand eine Antwort hat. Sie könnten Streit anfangen. Oder Sie könnten kreative Impulse geben und originelle Ideen haben, die den Gastgeber überraschen. Doch diese Blöße geben sich die Experten ungern. Lieber sperren sie sich und alle anderen in ein enges Zeitkorsett.</p>
<p>Die beiden anderen Treiber gibt es im Doppelpack. Faulheit und Ignoranz verbünden sich gern. Bequeme Redner spulen ihr vorbereitetes Programm ab und lesen ihren jüngsten Fachaufsatz vor (Faulheit), ohne einen Gedanken an die Erwartungen, das Vorwissen und die Wünsche des Publikums verschwendet zu haben (Ignoranz). Ignorant sind auch die Veranstalter, die ihre Podien nach Institutionenproporz besetzen statt danach zu fragen, wer zum Thema etwas Interessantes beizutragen hätte und welche Stimme im Meinungsspektrum noch fehlte.</p>
<p>Erstaunlich groß ist die Leidensfähigkeit des Publikums. Man kennt es eben nicht anders. Dabei gäbe es ganz einfache Methoden und Prinzipien, um Tagungen abwechslungs- und ergebnisreich zu gestalten. Gute Weiterbildungsanbieter wenden sie seit Jahrzehnten an.</p>
<p>Erwachsene lernen nur, was sie lernen wollen. Und unmotivierte Erwachsene lernen gar nichts. Wissen bleibt erst haften, wenn es sich die Lernenden selbst erarbeiten. Nach spätestens zwanzig Minuten des Zuhören-Müssens ist die Aufmerksamkeitsspanne ausgeschöpft. Die Motivation nimmt Schaden, wenn Teilnehmer sich als fremdbestimmt, ausgegrenzt oder überfordert erleben. Man traut sich kaum, es hinzuschreiben, so selbstverständlich klingt es.</p>
<p>Weiterbildungsprofis beherzigen das. Sie gestalten ihre Trainings abwechslungsreich. Manche Methoden (Kugellager, Blitzlicht, Aquarium, Stand-up,&#8230;) mögen auf den powerpoint-gestählten Büromenschen exotisch wirken. Aber sie wirken. Viele der Methoden ließen sich auch in Konferenzen gut anwenden. Der Dozent könnte aus der Rolle fallen und das Auditorium in Kleingruppen diskutieren lassen. Eine Fishbowl- oder Aquariumdiskussion könnte das geschlossene Format der Podiumsdiskussion demokratisieren. Eine aktivierende Körperübung vertriebe die Mittagsmüdigkeit. Und wer Besprechungen künftig im Stehen abhält, wird nie mehr über ausufernde Meetings klagen müssen.</p>
<p>Der Autor hat selber schon viel Lebenszeit vergeudet in unergiebigen Konferenzen und ausufernden Sitzungen. Und er hat die Lebenszeit Anderer verschwendet, weil er als Dozent zu faul oder zu ängstlich war, um sich gut vorbereitet auf die Teilnehmer einzulassen und deren Erwartungen und Wünsche zu erfragen und zu erfüllen. Doch damit ist jetzt Schluss.</p>
<p>Frank Stäudner</p>
<p>Der Autor ist studierter Physiker und promovierter Wissenschaftsphilosoph. Als PR-Profi, Kommunikations- und Lobbyingexperte arbeitete er viele Jahre in leitenden Funktionen von Verbänden. Seit Juli 2012 ist er in der Geschäftsleitung der Akademie für wissenschaftliche Weiterbildung an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg tätig. Eine Sammlung bewährter Trainingsmethoden gibt es hier: Lernen im Aufwind - Methodenreader zur Gestaltung von Lernprozessen, Veronika Strittmatter-Haubold, Fadja Ehlail, Heidelberg 2012 (<a title="Mehr Informationen zum Methodenreader." href="http://www.ph-heidelberg.de/akademie/veroeffentlichungen.html" target="_blank">mehr Info</a>).</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/cafephilosophiquedotorg.wordpress.com/190/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/cafephilosophiquedotorg.wordpress.com/190/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=cafephilosophique.org&#038;blog=33328822&#038;post=190&#038;subd=cafephilosophiquedotorg&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Ist Schwarz + Weiß = Schwarz?</title>
		<link>http://cafephilosophique.org/2012/11/04/ist-schwarz-weis-schwarz/</link>
		<comments>http://cafephilosophique.org/2012/11/04/ist-schwarz-weis-schwarz/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 04 Nov 2012 14:42:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>staudner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Barack Obama]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Garland Jeffreys]]></category>
		<category><![CDATA[schwarzer Präsident]]></category>

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		<description><![CDATA[Warum die Formulierung &#8220;erster schwarzer US-Präsident&#8221; versteckt rassistisch ist. Barack Obama sei der erste schwarze US-Präsident. Das war nach seiner Wahl 2008 oft zu lesen. Jetzt ist es wieder so. Die Internetrecherche liefert 550.000 Fundstellen. Darunter befinden sich bekannte Nachrichtenmagazine wie der &#8230; <a href="http://cafephilosophique.org/2012/11/04/ist-schwarz-weis-schwarz/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=cafephilosophique.org&#038;blog=33328822&#038;post=182&#038;subd=cafephilosophiquedotorg&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Warum die Formulierung &#8220;erster schwarzer US-Präsident&#8221; versteckt rassistisch ist.</strong></p>
<p>Barack Obama sei der erste schwarze US-Präsident. Das war nach seiner Wahl 2008 oft zu lesen. Jetzt ist es wieder so. Die Internetrecherche liefert 550.000 Fundstellen. Darunter befinden sich bekannte Nachrichtenmagazine wie der Focus (siehe <a title="Link zum Focus-Porträt über Barack Obama" href="http://www.focus.de/tagesthema/wahlen-portraet-barack-obama-erster-schwarzer-us-praesident_aid_813955.html">hier</a>) oder angesehene Tageszeitungen wie die Süddeutsche (siehe <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/obama-gegen-romney-was-fuer-amerika-auf-dem-spiel-steht-1.1512990">hier</a>).</p>
<p>Meiner bescheidenen Meinung zufolge ist die Formulierung &#8220;erster schwarzer US-Präsident&#8221; im besten Fall gedankenlos, im schlimmsten Fall rassistisch. Denn Obama ist bekanntlich der Sohn einer weißen Mutter und eines schwarzen Vaters. Es mag mit alten Apartheidregeln im Einklang stehen, bei dieser Abstammung das Kind zum Schwarzen zu erklären. Ich verstehe allerdings nicht, wieso liberale Kolumnisten und Redakteure so reden und schreiben. Das Weiße Haus übrigens ist sich des Dilemmas bewusst. Im gesamten <a title="Link zum Onlineauftritt des Weißen Hauses" href="http://www.whitehouse.gov/">Onlineauftritt</a> der US-amerikanischen Regierungszentrale ist keine einzige Formulierung zu finden, die auf Obamas Hautfarbe abhebt. Das erscheint mir vernünftig und konsequent. Denn angesichts der Herkunft könnte man Obama mit gleichem Recht als Schwarzen wie als Weißen bezeichnen.</p>
<p>Wer ihn dennoch zum Schwarzen macht, übernimmt einen Maßstab, der üblicherweise von Rassisten, Freunden der Rassentrennung und anderen Anhängern unapettitlicher Gesinnungen benutzt wird. So bleibt ein alter Appell des Musikers Garland Jeffreys aktuell:<br />
Father of coal, mother of pearl<br />
Never too black to blush to pick up a white girl<br />
The color of you, the color of me<br />
You can&#8217;t  judge a man by looking at the marquee<br />
(aus &#8220;Hail Hail Rock &#8216;N&#8217; Roll&#8221; vom Album &#8220;Don&#8217;t Call Me Buckwheat&#8221;).</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/cafephilosophiquedotorg.wordpress.com/182/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/cafephilosophiquedotorg.wordpress.com/182/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=cafephilosophique.org&#038;blog=33328822&#038;post=182&#038;subd=cafephilosophiquedotorg&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Deutungshoheit über die Deutungshoheit</title>
		<link>http://cafephilosophique.org/2012/10/24/deutungshoheit-uber-die-deutungshoheit/</link>
		<comments>http://cafephilosophique.org/2012/10/24/deutungshoheit-uber-die-deutungshoheit/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 24 Oct 2012 08:57:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>staudner</dc:creator>
				<category><![CDATA[NaWiK]]></category>
		<category><![CDATA[Wisenschaftsjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Welt am Sonnabend]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsjournalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit der Gründung des Nationalen Institut für Wissenschaftskommunikation gibt es wieder mal Streit darüber, was Wissenschaftskommunikation kann, soll und darf. Geben wir dem NaWiK eine Chance. Michael Sonnabend fordert in seinem Blog, dass die Wissenschaft das Zuhören lernen solle. Der &#8230; <a href="http://cafephilosophique.org/2012/10/24/deutungshoheit-uber-die-deutungshoheit/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=cafephilosophique.org&#038;blog=33328822&#038;post=179&#038;subd=cafephilosophiquedotorg&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seit der Gründung des Nationalen Institut für Wissenschaftskommunikation gibt es wieder mal Streit darüber, was Wissenschaftskommunikation kann, soll und darf. Geben wir dem NaWiK eine Chance.</strong></p>
<p>Michael Sonnabend fordert in seinem <a title="Zum Sonnabend-Blog" href="http://weltamsonnabend.wordpress.com">Blog</a>, dass die Wissenschaft das Zuhören lernen solle. Der Dialog zwischen Forschern und Bürgern finde nicht statt, und wenn doch, sei er durch den „Anspruch auf Deutungshoheit“ verdorben, den die Wissenschaft nicht verlieren wolle. „Es geht um die Verteidigung von Pfründen und das ist der denkbar schlechteste Antrieb, um mit dem Bürger ins Gespräch zu kommen. Denn wer wirklich kommunizieren will, hört erst einmal zu. Und genau das geschieht nicht. Wissenschaftskommunikation kommt mir vor wie eine aufdringliche Person, die sich sozial gibt und dann doch nur von sich selbst spricht“, schreibt Sonnabend. Starke Worte. Das Problem: „Die Wissenschaft“ gibt es nicht. Es gibt Wissenschaftsinstitutionen, Universitäten, Dachorganisationen, Fachverbände. Und es gibt die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Hierarchieebenen, vom Doktorand bis zum Präsidenten. Ich hege die Vermutung, dass nicht alle diese Personen dieselben Interessen teilen. Das gilt auch auf dem Feld der Wissenschaftskommunikation.</p>
<p>Selbst bei den Präsidenten und anderen Oberbossen der Wissenschaften ist nicht so ganz klar, welche Motive hinter dem Engagement für die Wissenschaftskommunikation stecken. Zwar ist es deren wichtigster Job, die Interessen der eigenen Institution zu wahren. Doch selbst auf den Chefetagen findet man doch Indizien, dass das gesellschaftliche Rollenverständnis der Wissenschaftler differenzierter ausfällt, als Sonnabend meint.</p>
<p>So kann zum Beispiel der Berufsverband der Wissenschaftsjournalisten WPK (<a title="Zur WPK, Berufsverband der Wissenschaftsjournalisten" href="http://www.wpk.org">www.wpk.org</a>) seit der Gründung vor über 25 Jahren auf die Unterstützung der Wissenschaftsorganisationen zählen. Kuratoren und Freunde und Förderer bringen einen nicht unwesentlichen Teil des Budgets auf – ein klares Indiz für die hohe Bedeutung, die den Wissenschaftsjournalisten von den Wissenschaftlern zugemessen wird. Vor allem aber ein Indiz dafür, dass die Chefwissenschaftler Interesse an einem guten und professionellen – das heißt vor allem: unabhängigen &#8211; Wissenschaftsjournalismus haben.</p>
<p>Die Entwicklung hat auf beiden Seiten Früchte getragen. Es gibt heute so viel guten Wissenschaftsjournalismus wie nie. (Okay, das muss nicht so bleiben, der Journalismus steckt in der Krise. Aber das ist ein anderes Thema) Und es gibt immer weniger Akteure in Hochschulen und Wissenschaftsorganisationen, die dem Missverständnis aufsitzen, dass der Wissenschaftsjournalismus in erster Linie eine vermittelnde und übersetzende Funktion habe. Solche Professoren wollen nicht nur eigene Zitate autorisieren, sondern ganze journalistische Artikel gegenlesen (und ggf. korrigieren). Man ist verstimmt, wenn sich Wissenschaftsjournalisten nicht als Sprachrohr der Wissenschaften benutzen lassen. Doch diese Haltung stirbt langsam aus.</p>
<p>Der Grund dafür liegt darin, dass mit den verstärken Aktivitäten der Wissenschaftler in der Wissenschaftskommunikation ebendiese Leute mehr Verständnis für die Interessen und Belange anderer gesellschaftlicher Gruppen entwickelt haben. PUSH führt zu SUP. Waren 1999 die Wissenschaftler angetreten, um für mehr Public Understanding of Sciences and Humanities, PUSH, zu sorgen, entwickelte sich zugleich auch mehr SUP, Scientists’ Understanding of the Public.</p>
<p>In dieser Entwicklung ist die Gründung des Nationalen Instituts für Wissenschaftskommunikation NaWiK (<a title="Zum NaWiK" href="http://www.nawik.de">www.nawik.de</a>) ein, wie ich finde, folgerichtiger Schritt. Was er wert ist, sollen seine Gründer und Macher jetzt zeigen. Geben wir ihnen die Chance.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/cafephilosophiquedotorg.wordpress.com/179/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/cafephilosophiquedotorg.wordpress.com/179/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=cafephilosophique.org&#038;blog=33328822&#038;post=179&#038;subd=cafephilosophiquedotorg&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Die falsche Schlacht</title>
		<link>http://cafephilosophique.org/2012/10/02/die-falsche-schlacht/</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Oct 2012 07:36:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>staudner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Essen (die Stadt)]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachschützer]]></category>
		<category><![CDATA[Wssenschaftssprache]]></category>
		<category><![CDATA[Alltagssprache]]></category>
		<category><![CDATA[Englisch]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe-Institut]]></category>
		<category><![CDATA[Niklas Luhmann]]></category>
		<category><![CDATA[Quantensprung]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftssprache]]></category>

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		<description><![CDATA[Sprachhüter warnen: Die deutsche Sprache ist bedroht. Englisch verdränge sie aus den Wissenschaften. Doch was ist so schlimm daran, wenn schlechtes Englisch schlechtes Deutsch ersetzt? Das Wissenschaftsdeutsch, das in den meisten Disziplinen gepflegt wird, taugt wenig. Verteidiger der Wissenschaftssprache Deutsch &#8230; <a href="http://cafephilosophique.org/2012/10/02/die-falsche-schlacht/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=cafephilosophique.org&#038;blog=33328822&#038;post=175&#038;subd=cafephilosophiquedotorg&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sprachhüter warnen: Die deutsche Sprache ist bedroht. Englisch verdränge sie aus den Wissenschaften. Doch was ist so schlimm daran, wenn schlechtes Englisch schlechtes Deutsch ersetzt? Das Wissenschaftsdeutsch, das in den meisten Disziplinen gepflegt wird, taugt wenig.</strong></p>
<p>Verteidiger der Wissenschaftssprache Deutsch haben ein beliebtes Argument. Es geht so: Wenn deutsche Wissenschaftler auf Englisch publizieren, verlieren sie die gesellschaftliche Bodenhaftung. Verschwindet Deutsch aus den Wissenschaften, verstummt der Dialog zwischen Experten und Laien. In einem Dossier der Literaturwissenschaftlerin Constanze Fiebach für das Goethe-Institut vom Dezember 2010 liest sich das so: „Wenn nun auf das Deutsche als Wissenschaftssprache verzichtet würde, ergäbe sich eine Kluft zwischen den Wissenschaftlern auf der einen und dem Rest der Gesellschaft auf der anderen Seite. &#8230; Alltagssprache und Wissenschaftssprache sind im Deutschen eng miteinander verknüpft.“ (Deutsch als Wissenschaftssprache – deutsche Sprache, quo vadis? <a title="Link zum zitierten Artikel auf den Seiten des Goethe-Instituts" href="http://www.goethe.de/lhr/prj/diw/dos/de6992833.htm">www.goethe.de/lhr/prj/diw/dos/de6992833.htm</a>)<a title="" href="#_ftn1"><br />
</a></p>
<p>Dieses Argument ist leider kompletter Unfug.</p>
<p>Zwar gibt es Begriffe aus den Wissenschaften, die den Sprung ins Alltagsdeutsch geschafft haben &#8211; der „Quantensprung“ aus der Physik etwa. Seinen Sinn aber hat er dabei ins Gegenteil verkehrt. Der Physiker denkt an eine minimale Zustandsänderung in der Elektronenhülle eines Atoms, normale Leute an einen gewaltigen Fortschritt. So kommt ein winziger Hüpfer zwar groß heraus. Aber als Werkzeug der Verständigung zwischen Laien und Experten ist das Wort nicht mehr zu gebrauchen.</p>
<p>Was die Verteidiger der Muttersprache zudem gern übersehen: Wissenschaftsdeutsch ist schlechtes Deutsch. Die Fachsprache in Aufsätzen und Fachbüchern ist auf unpersönliche Präzision und Abstraktion getrimmt. Das Passiv regiert, es wimmelt von Bandwurmsätzen, und der Nominalstil wuchert durch die Seiten. Dieser Text zum Beispiel darf maximal 300 Wörter haben. Bei Niklas Luhmann (1927 – 1998), dem bedeutenden Bielefelder Soziologen, reicht das für sechs Sätze.</p>
<p>Es dauert gut zehn Jahre, um aus jungen Leuten Wissenschaftler zu formen. Gutes Deutsch bleibt dabei auf der Strecke. Es sind gleichermaßen traurige Alternativen, wenn sich deutschsprachige Forscher in unbeholfenem Englisch oder stillosem Deutsch ausdrücken. Deshalb wäre es wichtig, an den Milieubedingungen der Wissenschaften anzusetzen. Die Kämpfer gegen das Vordringen des Englischen schlagen einfach die falsche Schlacht.</p>
<p>Frank Stäudner</p>
<p>Eine Fassung des Artikels erscheint im Tagungsband zur Konferenz &#8220;Deutsch in den Wissenschaften&#8221;, die im November 2011 in Essen stattfand. Zur <a title="Link zur Konferenzhomepage Deutsch in den Wissenschaften" href="http://www.goethe.de/lhr/prj/diw/deindex.htm">Konferenzhomepage</a>.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/cafephilosophiquedotorg.wordpress.com/175/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/cafephilosophiquedotorg.wordpress.com/175/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=cafephilosophique.org&#038;blog=33328822&#038;post=175&#038;subd=cafephilosophiquedotorg&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Bahngeschichten 5: Die Serengeti der Fahrräder</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Sep 2012 13:37:48 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Vor dem Heidelberger Hauptbahnhof erstreckt sich die offene Weite des Willy-Brandt-Platzes &#8211; wenn da nicht viele hundert Fahrräder der Pendler wären. Dicht an dicht stehen rostige Zweiräder und recken ihre Sättel und Lenker in die Luft. Zu Tausenden grasen Gnus &#8230; <a href="http://cafephilosophique.org/2012/09/19/bahngeschichten-5-die-serengeti-der-fahrrader/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=cafephilosophique.org&#038;blog=33328822&#038;post=164&#038;subd=cafephilosophiquedotorg&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vor dem Heidelberger Hauptbahnhof erstreckt sich die offene Weite des Willy-Brandt-Platzes &#8211; wenn da nicht viele hundert Fahrräder der Pendler wären. Dicht an dicht stehen rostige Zweiräder und recken ihre Sättel und Lenker in die Luft.</strong></p>
<p>Zu Tausenden grasen Gnus und Zebras die Serengeti-Savanne ab. Aus der Luft wirkt es fast, als formten die großen Antilopen eine einzige Masse lebender Leiber. Die Tiere fressen sich Fettpolster an, bevor die Trockenzeit die Steppe in Staub verwandelt. Bald steht die große Wanderung in neue Weidegründe bevor. Was für ein gewaltiges Schauspiel! Auf dem Heidelberger Bahnhofsvorplatz bahnt sich etwas Ähnliches an.</p>
<p>Zu Hunderten stehen die Fahrräder der Pendler in Reih und Glied in den Fahrradständern. Kein Poller und keine Laterne, an der nicht rostige Zweiräder angekettet sind. Selbst der Pavillon der Touristeninformation muss als Abstellplatz herhalten.</p>
<p>Wer später zur Arbeit fährt, findet alle Ständer belegt vor und quetscht sein Fahrrad halt irgendwo dazwischen. Das hinterlässt Spuren: hier ein abgerissenes Dynamokabel, dort ein zerschlitzter Sattel, Rost allenthalben. Ein stolzes Pendlerrad trägt seine Narben mit Würde. Das Kalkül der Besitzer scheint klar: Sich in die heruntergekommene Masse des Schwarms unauffällig einzufügen, ist die denkbar beste Diebstahlsicherung.</p>
<p>Doch es droht Gefahr. Die Zahl der Fahrradleichen steigt. Der geübte Blick erkennt sie sofort: platte Reifen, krumm getretene Räder. Manches von seinem Besitzer verlassene Rad dient bereits als Ersatzteillager. Dann fehlen Sattel, Bremsgriff oder Kabel. Das ruft die Gesundheitspolizei der Savanne auf den Plan. Mitarbeiter der Bahnhofsverwaltung verpassen den verdächtigen Vehikeln eine Markierung, meist eine farbige Banderole am Oberrohr.  Jetzt wird&#8217;s eng. Wurde das Rad auch nach Tagen und Wochen nicht bewegt, wird es eingesammelt. Anfang Oktober nun kommen die herrenlosen Fahrräder in einer öffentlichen Versteigerung unter den Hammer. Die große Wanderung beginnt.</p>
<p>Frank Stäudner</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/cafephilosophiquedotorg.wordpress.com/164/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/cafephilosophiquedotorg.wordpress.com/164/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=cafephilosophique.org&#038;blog=33328822&#038;post=164&#038;subd=cafephilosophiquedotorg&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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